Juli 2015

"Staging the stage!" - AbschlussPräsentation

Wie kann man die Faszination des Theaters in all seinen Facetten in einer Ausstellung atmosphärisch inszenieren und sinnlich erlebbar machen? Welches Format ist angemessen? Medial, grafisch oder objektbezogen, in mehreren, kleinen Räumen oder einem sich permanent dramaturgisch verwandelnden Gesamtraum, welcher Aspekt bestimmt die große Geste der Inszenierung? Sind es die Menschen (Schauspieler/Zuschauer), die Inhalte, das Bühnenbild, Kostüme, die Sprache, die Technik oder die Interpretationen ein und desselben Stückes?
Diesen Fragen stellten sich sechs Studierenden des Masterstudiengangs Bühnenbild_szenischer Raum der TU-Berlin im Rahmen ihrer Masterarbeiten unter Leitung von Dozentin Charlotte Tamschick. Ziel war es, zum Thema Theater angemessene innovative Ansätze zu konzipieren und darzustellen, in atmosphärisch inszenierten Räumen Inhalte und Objekte sinnlich erlebbar zu machen. Der Besucher soll eintauchen in die vielschichtigen und magischen Welten des Theaters.
Die Konzepte sollen als (europaweite) Wanderausstellung auf 300-600 qm (neutrale Black-spaces) funktionieren und in der Größe flexibel sein.

Kooperationspartner: Initiative Theatermuseum Berlin e.V.
 (Dr. Stefan Gräbener)
Förderer: DTHG e.V.
 (Hubert Eckart) (siehe auch News)
Gäste: Dr. Ruth Freydank (Berlin), Liselotte Homering (Mannheim)
Dozentin: Charlotte Tamschick
 (Tamschick media+space)
Koordination: Franziska Ritter

Studierende: Vasiliki Christopoulou, Julia-Maria Gahlow, Sandra Hanschitz, Christine Hartwig, Afra Nohabar, Raimund Schucht

Die Arbeiten (und weitere Abschlussarbeiten des Studiengangs) werden in einer gemeinsamen Ausstellung zu besichtigen sein: OUT OF THE BOX - Vernissage Freitag 10.Juli 19h + Samstag 11.Juli 14-18h
Ackerstrasse 76, 13355 Berlin
Der Eintritt ist frei.

Am Samstag um 15h wird es eine kleine kostenlose Führung geben.
Um Anmeldung wird gebeten.

© TU Berlin Bühnenbild_Szenischer Raum / Sandra Hanschitz© TU Berlin Bühnenbild_Szenischer Raum / Julia-Maria Gahlow© TU Berlin Bühnenbild_Szenischer Raum / Raimund Schucht

Prager Quadriennale 2015

Der Vorstand der Initiative hat ihren Vorsitzenden zu einem Besuch der PQ entsandt. Dabei konnten die Kontakte und Gespräche insbesondere mit der OISTAT TimeLine-Group vertieft und ausgebaut werden. Höhepunkt dieses Erfahrungsaustausches war eine gemeinsame Tour zu den Schlosstheatern in Litomyšl  (Geburtsstadt Smetanas) und Kacina.
Das barocke Kleinod (erbaut 1796-97) im Renaissance-Schloss Litomyšl ist für reguläre Besucher problemlos zu besichtigen und auch weitestgehend funktionstüchtig. Es verfügt über original Bühnendekorationen des östereichischen Architekten und Dekorationsmalers Joseph Platzer. Darüber hinaus sind 222 Bühnenentwürfe und Zeichnungen von ihm erhalten (Wien, Akademie der bildenden Künste).
Das Theater im klassizistischen Schloss Kačina befindet sich zwar an der Europastrasse Historische Theater, eine reguläre Besichtigung gestaltet sich jedoch eher schwierig. Weder die Kulissen noch die Bühnentechnik aus dem 19.Jahrhundert sind in einem wirklich funktionstüchtigen Zustand.
Zuvor besuchte die Gruppe das Prager Ständetheater, in dem Mozarts „Don Giovanni“ als auch „La Clemenza di Tito“ uraufgeführt wurden. Insbesondere der Zuschauerraum entspricht nach der Sanierung 1982-90 nicht mehr dem Original, sondern stellt eine Anmutung desselben dar. Bemerkenswert ist das ungewöhnliche Hochformat der Portalöffnung.
Ein zusätzlicher Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Český Krumlov umfasste selbstverständlich auch einen Besuch des voll funktionstüchtigen Barocktheaters. Die für unsere BarockBühne neu entstehende Versenkung auf der Hinterbühne basiert auf der dort zu Anwendung kommenden Technik (ebenfalls in Drottningholm).
Hier befindet sich auch ein kleines MarionettenMuseum. Allerdings zeigt es in erster Linie schlicht nebeneinander aufgehängte Puppen aus verschiedenen Jahrzehnten.
Interessant ein modernes Freilichttheater im Schlosspark, bei dem zur Abwechslung die ZuschauerTribüne auf einer Drehscheibe im Zentrum sitzt und die barocke Architektur eines Nebengebäudes, respektive der Landschaftspark abwechselnd zur Kulisse für einzelne Szenen wird. Der Vorläufer an dieser Stelle datiert allerdings auch bereits auf das Jahr 1958!
Die Notwendigkeit der Einrichtung eines Theatermuseums unter neuen Aspekten, wie es die Initiative anstrebt, wurde durch zahlreiche Gespräche und auch allein schon durch die Länderpräsentationen offensichtlich. Die Vielschichtigkeit und Diversität zeigt, wie unumgänglich es ist Inszenierungen nicht isoliert und herausgelöst aus ihrem Kontext zu betrachten. Neben der Berücksichtigung der Spielstätte und derer (technischer) Möglichkeiten ist das soziale, gesellschaftliche und politische Umfeld ein entscheidender Faktor zum Verständnis.
Dieser Schritt fehlt aber auch in Prag und so kann Vieles ohne weitere HintergrundInformationen primär nur zur Kenntnis genommen werden. Ein klarer Auftrag also an die Initiative in ihrer Arbeit weiter voran zu schreiten und an der Verwirklichung einer neuen Form von TheaterMuseum zu arbeiten.

NationalMuseum Prag mit PQ15-installation, Foto: GräbenerPQ15, Deutscher Beitrag (Bund der Szenografen), Foto: GräbenerCesky Krumlov, Theaterbau ganz links, Foto: GräbenerCesky Krumlov, Freilichttheater, Foto: GräbenerCesky Krumlov, MarionettenMuseum, Foto: GräbenerPrag, Ständetheater, Foto: GräbenerSchlosstheater Litomysl, Foto: GräbenerSchlosstheater Kacina, Foto: Gräbener

weiterführende Links:
Ständetheater Prag, Wikipedia
Ständetheater Prag, en, cz
Český Krumlov, Wikipedia
Schloss Český Krumlov, Wikipedia
Schloss Český Krumlov, deutsch, cz, en
Freilichttheater Český Krumlov, deutsch, cz, en
Schloss Litomyšl, Wikipedia
Schloss Litomyšl, deutsch, cz, en, fr
Joseph Platzer, Wikipedia
Schloss Kačina, Wikipedia
Schloss Kačina, nur tschechisch
Europastrasse Historische Theater, Wikipedia
Perspectiv, Kaiser-Route

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Inheritance of the Brandt family

Our english-speeking visitors will now find (in the download-section) a rough translation of an article dating back from 2012 by Prof.Dr. Paysan about the legacy of the Brandt family. The collection is owned by Mr.Döring.